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Essen

Vor dem Essen in Japan hatte ich ja ein wenig Respekt. Schon alleine deshalb, weil ich nicht unbedingt der große Sushi Fan bin. Vorgearbeitet habe ich durch regelmäßiges Essen von japanischen Snacks im letzten Monat vor meiner Abreise und ich muss sagen es hat sich wirklich ausgezahlt.

Bis jetzt enthielt jedes Gericht, Reis, Algen, asiatische Pilze, Meeresfrüchte und noch irgend etwas namensgebendes. Nur ein einziges Mal hatte ich Crêpe mit Bananen und doppeltem Eis ganz ohne Algen und Reis, wobei es aber auch Crêpe mit Algen gegeben hat.

Wie schaut so ein typisches Essen aus? Eine Schüssel halb voll mit Reis und darüber dann zum Beispiel weich gekochtes Rindfleisch in kleinen Stücken vermischt mit Algen, Shiitake Pilzen, irgend ein undefinierbares Zeug in Blumenform, ein Wachtelei, Krakenstücke und einem Schrimp dazwischen. Hat sehr gut geschmeckt, aber das da Schrimp und Kraken drinnen sein werden habe ich beim besten Willen nicht gedacht.[^1] Teilweise komme ich mir vor wie bei Jim Knopf, wo er hofft, dass keine Schuhbänder im Essen sind.

Ich möchte noch einmal ausdrücklich erwähnen, dass das Essen sehr gut ist, aber wer mehr Abwechslung als Reis oder Nudeln mit Algen, Meeresfrüchten und diversen anderen Dingen will, der wird hier auf Dauer wohl nicht glücklich werden.[^2] Ich finde auch, dass die Speisen alle sehr unterschiedlich schmecken, aber für Leute die keine Meeresfrüchte essen fällt schon einmal locker die Hälfte der Möglichkeiten weg und wer ein Problem damit hat praktisch jeden Tag Reis in der einen oder anderen Form zu essen ist hier wohl sehr fehl am Platz.

Mir gefällt und schmeckt es, zumindest bis jetzt, noch sehr gut.

[^1]: Und das Kanji für Kraken kann ich leidr noch nicht [^2]: Natürlich gibt es auch andere Dinge wie Crêpe, Burger, Eis, Kebap, ... aber das ist, zumindest soweit ich das bis jetzt beurteilen kann, nur ein Snack nebenbei und nicht die Hauptspeise

Japan Tag zwei

Heute war ich zum ersten mal in Akihabara.

Ich habe mir länger überlegt worüber ich schreiben könnte und bin zu dem Schluss gekommen es gab zu viele coole Dinge um nur über etwas zu schreiben. Also hier eine Gut Böse Jenseits Zusammenfassung.

Gut:

  • Die U-Bahn ist dank Suica extrem einfach zu benutzen. Man muss nur beim durchschreiten der Sperre die Geldtasche (mit der Karte) auf die Sperre legen.
  • Akihabara ist genial! Zu genial für ein paar Zeilen, das braucht eher ein paar Posts!
  • Man bekommt hier echt alles.[^1] Exotische Kondensatoren und Wiederstände werden neben Kameras, Uhren und Anime Figuren in winzigen Geschäften angeboten.
  • Todai[^2] ist ein Zauberwort. Wenn ich jemandem Erkläre, dass ich dort studieren werde bekomme ich die tiefsten Verbeugungen die ich je gesehen habe und von wildfremden Menschen Kulis mit besonderen Anhängern geschenkt.[^3]

Böse:

  • Maido Cafés sind eine Enttäuschung, oder mir fehlen einfach die richtigen Fetische.
  • Epileptiker werde in Japan offensichtlich Systematisch ausgerottet, oder sie haben sie in Schutzgebiete am Land zurückgezogen.
  • Die Canon 50D kommt erst Anfang Oktober in den Verkauf,[^4] oder ich habe noch nicht das richtige Geschäft gefunden.
  • Um Frauen richtig anzusprechen muss man japanisch können, oder ich mache was ganz falsch. Bis jetzt habe ich jedenfalls alles von hoch rot anlaufen über beschämt zu Boden sehen bis offenem Mund mit Rehaugen alles erlebt, außer eine Antwort.[^5]

Jenseits:

  • Eine Familie steht bei der Busstation, das kleine Kind will was der Vater weist es genervt ab, worauf es anfängt zu heulen. Also packt die Mutter die Kamera aus und macht ein Foto von der kleinen, bevor sie sie beruhigt.[^6]
  • Jedes Gerät und damit meine ich wirklich alles hat hier eine Frauenstimme mit der es Anweisungen oder Ratschläge heraus posaunt. Nach fünf Minuten habe ich den Lärm aber nicht einmal mehr wahrgenommen. Die Stille in meinem Zimmer ist jetzt richtig unangenehm.
  • Die Burschen Spielen irgendwelche Computerspiele in den Spielhallen, während die Freundinnen daneben stehen und sich langweilen.[^7]

Und ich musste mit großem Bedauern feststellen, dass auch manche Japaner in der Öffentlichkeit Händchen halten. Ich bin hier extra nach Japan gekommen um dem zu entgehen und dann sowas. Wo bitte wo bleiben die guten Sitten und die Tradition?

Apropos Tradition. Ich schlürfe schon fast so gut wie die Japaner. Da wurden wohl über 25 Jahre bester abendländischer Erziehung in nur zwei Tagen Japan zunichte gemacht.

[^1]: Natürlich abgesehen von der 50D [^2]: Die Universität an der ich bin [^3]: Mit der Auflage sie beim Mitschreiben zu verwenden [^4]: Das bedeutet keine Kamera für weitere 5 Tage! [^5]: Nach dem Weg frage ich hinterhältiger Mensch immer zuerst auf japanisch und schwenke dann, wenn sie antworten und ich nichts verstehe, um auf Englisch [^6]: Zugegeben sie hat wirklich süß ausgesehen, wie sie da mit weit offenem Mund und hoch rotem Kopf geweint hat [^7]: Sie langweilen sich wirklich und schauen nicht inetwa interessiert zu

Japan der erste Tag

Ich bin noch nicht wirklich in Tokyo, sondern erst in Narita. Dort ist der Flughafen und nach über 19 Stunden Reise, 7 Stunden Zeitverschiebung und schmerzenden Schultern vom vielen Gepäck wollte ich nicht auch noch am ersten Tag nach Tokyo. Das wäre mir dann fast sicher zu viel geworden.

Narita ist eine nette kleine Stadt und der Vorort wo ich bin kommt mir fast so vor wie der eine Stadt in Italien oder Kroatien. Überall sind kleine Reisfelder,[^1] der Gehsteig ist zweifarbig asphaltiert und sieht auf den ersten Blick wie mit roten Backsteinen gepflastert aus. Das Wetter ist mit um die 25 Grad angenehm warm, aber keinesfalls heiß oder schwül. Auf jeden Fall viel besser als in Wien.

Das erste echt japanische Essen war auch sehr gut. Reis mit Rindfleisch, darüber geriebener Käse und dazu irgend ein braunes interessant schmeckendes Wasser[^2] dazu. Außerdem bin ich sehr stolz auf mich. Ich habe fast alles was der Kellner mir gesagt hat verstanden. Einzig und alleine meine Wurstfinger stehen noch zwischen mir und meinem perfekten Japanisch. Ich habe mit "ここはおねがいします",[^3] auf ein Bild zeigen und auf das beste hoffen, bestellt. Nur hätte das Gericht auf meinem Bild 500円 gekostet und ich habe nur 450円 bezahlt und somit offensichtlich was anderes bekommen.

Bilder liefere ich noch nach, aber jetzt will ich bald ins Bett fallen um meinen Jetlag möglichst gar nicht aufkommen zu lassen. Kommt mir jetzt fast vor wie ein Mittagsschlaferl zu Hause -- immerhin ist es in Österreich Mittag, während hier die Sonne schon untergegangen ist.

Und mein Internet hier spinnt irgendwie, also kommen meine Mails gleich zweimal, oder gar nicht an. Sehr ärgerlich!

[^1]: ok zugegeben die gibt es in Italien nicht [^2]: Ich kenne den Geschmack, kann ihn aber im Moment nicht zuordnen und habe auch keine Ahnung was die Kanji bedeuten [^3]: Das da bitte