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Japan Tag zwei

Heute war ich zum ersten mal in Akihabara.

Ich habe mir länger überlegt worüber ich schreiben könnte und bin zu dem Schluss gekommen es gab zu viele coole Dinge um nur über etwas zu schreiben. Also hier eine Gut Böse Jenseits Zusammenfassung.

Gut:

  • Die U-Bahn ist dank Suica extrem einfach zu benutzen. Man muss nur beim durchschreiten der Sperre die Geldtasche (mit der Karte) auf die Sperre legen.
  • Akihabara ist genial! Zu genial für ein paar Zeilen, das braucht eher ein paar Posts!
  • Man bekommt hier echt alles.[^1] Exotische Kondensatoren und Wiederstände werden neben Kameras, Uhren und Anime Figuren in winzigen Geschäften angeboten.
  • Todai[^2] ist ein Zauberwort. Wenn ich jemandem Erkläre, dass ich dort studieren werde bekomme ich die tiefsten Verbeugungen die ich je gesehen habe und von wildfremden Menschen Kulis mit besonderen Anhängern geschenkt.[^3]

Böse:

  • Maido Cafés sind eine Enttäuschung, oder mir fehlen einfach die richtigen Fetische.
  • Epileptiker werde in Japan offensichtlich Systematisch ausgerottet, oder sie haben sie in Schutzgebiete am Land zurückgezogen.
  • Die Canon 50D kommt erst Anfang Oktober in den Verkauf,[^4] oder ich habe noch nicht das richtige Geschäft gefunden.
  • Um Frauen richtig anzusprechen muss man japanisch können, oder ich mache was ganz falsch. Bis jetzt habe ich jedenfalls alles von hoch rot anlaufen über beschämt zu Boden sehen bis offenem Mund mit Rehaugen alles erlebt, außer eine Antwort.[^5]

Jenseits:

  • Eine Familie steht bei der Busstation, das kleine Kind will was der Vater weist es genervt ab, worauf es anfängt zu heulen. Also packt die Mutter die Kamera aus und macht ein Foto von der kleinen, bevor sie sie beruhigt.[^6]
  • Jedes Gerät und damit meine ich wirklich alles hat hier eine Frauenstimme mit der es Anweisungen oder Ratschläge heraus posaunt. Nach fünf Minuten habe ich den Lärm aber nicht einmal mehr wahrgenommen. Die Stille in meinem Zimmer ist jetzt richtig unangenehm.
  • Die Burschen Spielen irgendwelche Computerspiele in den Spielhallen, während die Freundinnen daneben stehen und sich langweilen.[^7]

Und ich musste mit großem Bedauern feststellen, dass auch manche Japaner in der Öffentlichkeit Händchen halten. Ich bin hier extra nach Japan gekommen um dem zu entgehen und dann sowas. Wo bitte wo bleiben die guten Sitten und die Tradition?

Apropos Tradition. Ich schlürfe schon fast so gut wie die Japaner. Da wurden wohl über 25 Jahre bester abendländischer Erziehung in nur zwei Tagen Japan zunichte gemacht.

[^1]: Natürlich abgesehen von der 50D [^2]: Die Universität an der ich bin [^3]: Mit der Auflage sie beim Mitschreiben zu verwenden [^4]: Das bedeutet keine Kamera für weitere 5 Tage! [^5]: Nach dem Weg frage ich hinterhältiger Mensch immer zuerst auf japanisch und schwenke dann, wenn sie antworten und ich nichts verstehe, um auf Englisch [^6]: Zugegeben sie hat wirklich süß ausgesehen, wie sie da mit weit offenem Mund und hoch rotem Kopf geweint hat [^7]: Sie langweilen sich wirklich und schauen nicht inetwa interessiert zu

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Comments

Visitor on :

Dem kann ich nur zustimmen. Ich weiß es ist sträflich, aber nicht jeder hat sich auf deinen Japanaufenthalt so gut vorbereitet wie du. Sei ein bißchen gnädig mit uns. Wie wär's mit einem kleinen Wörterbuch?

dp on :

Du setzt in deinen Berichten Insider-Kenntnisse über Japan voraus! Ich habe mich jedenfalls erst im Internet schlau machen müssen, was "Akihabara", "Suica" oder "Maido Cafes" sind!

alexander on :

Ja ja ich gelobe Besserung, aber ehrlich gesagt waren das alles Worte die mir so klar sind, dass ich nicht einmal im Traum daran gedacht habe, dass die jemand nicht kennen könnte. :-P

Animes sind die japanischen Zeichentrickfilme.

Akihabara ist DER Technik (und Maido Cafe) Distrikt in Tokyo. Da sind praktisch nur Geschäfte die Elektronik, Bauteile und Anime Zeug verkaufen.

Maido Cafes sind Kaffeehäuser in denen die Kellnerinnen wie die Hausmädchen aus den Animes angezogen sind. Am besten ihr googelt einfach nach Bildern ;-)

Suica ist die elektronische (U-)Bahn Karte. Die funktioniert in allen öffentlichen Verkehrsmitteln in Tokyo und in den JR Bahnlinien (soweit mir bekannt) Das tolle daran ist, dass man sie einmal auflädt und dann nur beim Betreten und verlassen der U-Bahn die Brieftasche kurz gegen einen Automaten hält. Verbraucht keine Zeit und man muss sich nie um lästige Karten kümmern. Der Fahrpreis wird beim Verlassen und das Restguthaben immer angezeigt. Inetwa so wie Quick bei uns nur berührungslos (kann also in der Brieftasche bleiben)

Die Fahrkosten der U-Bahn hier sind nach Strecke unterschiedlich und nicht so wie bei uns immer gleich, deshalb ist die Suica wirklich toll. Da berechnet der Computer den Fahrpreis und man muss sich nicht ewig mit rein japanischen Automaten herumschlagen (habe ich allerdings auch schon gemach und auch das ist beim zweiten Mal ganz einfach, aber extrem lästig)

Wenn ich endlich eine neue Kamera habe mach ich ein paar Fotos, dann sollte das ganze einfacher werden.

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