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Pension auf japanisch

Alexander mit Vakuumkammer Auch hier in Japan gehen professoren ab und zu in Pension, aber während wir das Problem der Nachfolge mit den ganzen Streitereien haben sind die Japaner auf eine bessere Lösung gestoßen. In Japan wird nämlich einfach das gesamte Lab geschlossen und die Studenten die noch an ihrem PhD arbeiten müssen sich einen anderen Professor suchen. Ein in meinen Augen eher extremer Weg, aber soll so sein man muss ja schließlich Platz für neues schaffen. Wie weit dieses Platzschaffen allerdings wirklich geht hat mich dann doch eher erstaunt.

Gestern ist ein Professor der angewandten Physik in Pension gegangen und sein gesamtes Laborequipment, zumindest das das nicht von den ehemaligen Mitarbeitern mitgenommen wurde, ist einfach auf der Straße vor dem ehemaligen Büro gelandet. Als ich gestern Abend dort zufällig vorbei ging lag da teilweise voll funktionsfähiges Equipment um sicher mehrere hundert tausend Euro herum. Heute morgen war der Berg dann schon praktisch weg und das was übrig geblieben ist hat nur noch Schrottwert.

Ich habe mir einen Teil einer Vakuumkammer geschnappt -- alles andere war mir entweder zu schwer, oder völliger Schrott. Der zweite Student, den ich mitgenommen habe um sicherzustellen, dass ich hier nichts missverstehe und dann illegaler Weise teure Messgeräte klaue, war ganz erstaunt, dass ich wirklich Teile vom Müll mitnehme. Mein Professor ist allerdings ganz begeistert von meinem Fund und hat mich beauftragt ihn das nächste Mal sofort anzurufen -- egal welche Tages oder Nachtzeit -- um solch einen Schatz richtig ausschlachten zu können. Immerhin habe ich gestern sicher Vakuum Teile im Wert von vier bis fünf tausend Euro organisiert. Ein paar waren schon auf unserer Einkaufsliste und die aderen hebt er sicher auf solange er Platz in einer Abstellkammer findet und sollte er in Pension gehen, dann kann er sie ja noch immer einfach auf die Straße vor seinem Labor stellen.

Das Bild zeigt mich mit einem Teil der Vakuumkammer die ich retten konnte. Im Hintergrund ist keine Bombe eingeschlagen. Das ist das normale kreative Chaos, dass bei uns im Büro herrscht.

Girls Girls Girls

Eine der häufigst gestellten Fragen die ich in der einen oder anderen Form bekomme ist sicher:

Ist es in Japan wirklich so leicht als Europäer ein Mädchen rumzukriegen?

Zwei Dinge gleich vorweg:

  • Die meisten meiner Freunde haben keine Japanerin als Freundin[^1]
  • Ich kann nur von Tokyo reden und genau genommen rede ich eigentlich nur über Roppongi.[^2] Kleinere Städte haben viel weniger Ausländer und dort wird man dann auch völlig anders behandelt.

Nur wenige der Austauschstudenten die jetzt schon seit drei Monaten in Japan sind, mittlerweile smalltalk auf Japanisch halbwegs gut beherrschen und an einer Universität studieren, deren bloße Erwähnung zu Verbeugungen und Triaden über die Intelligenz führt, haben eine japanische Freundin und trotzdem genießt Japan bei vielen den Ruf ein Land zu sein in dem selbst der größte Spast aus Europa eine abbekommt. Warum das so ist möchte ich in einem viel zu langen und für mein Blog ungewöhnlichem Post erklären.

Roppongi ist der wohl verrufenste Stadtteil Tokyos wenn es darum geht auszugehen und ich kenne kein einziges deutsches Wort, das das Gefühl dort richtig beschreiben würde. Sleazy ist das einzige, was mir dazu einfällt -- das trifft dafür umso besser zu. Alle paar Meter spricht einen dort ein Schwarzer auf der Straße an und fragt ob man nicht in einen der Stripclubs gehen möchte. Die Tanz-Clubs sind meist überfüllt, haben keinen oder nur wenig Eintritt,[^3] fast immer ein paar dunkle Ecken[^4] und ich kenne nur wenige Leute die dort hingehen würden wenn sie einem Techtelmechtel oder One Night Stand völlig abgeneigt wären.

Wenn man nach Roppongi geht, halbwegs vernünftig aussieht, sich benimmt wie ein Elefant im Porzellanladen und einfach alles was weiblich sein könnte angrabscht, dann garantiere ich fast dafür, dass man irgendeine mehr oder weniger betrunkene Japanerin in Bett bekommt. Noch dazu sehen Japanerinnen, zumindest die ersten paar Wochen in Japan, alle gleich gut aus, tragen meist extrem kurze Röcke und praktisch alle sind schlank bis magersüchtig -- gemessen an europäischen Verhältnissen. Das führt dann dazu, dass viele Europäer in Japan stolz sind ein Mädchen abgeschleppt zu haben, dass sie in Europa wohl eher nur schief ansehen würden.

In Japan ist es offensichtlich auch undenkbar für Mädchen einen Burschen hart abblitze zu lassen. Alle sind sehr vorsichtig die Gefühle nicht zu verletzen. Das geht dann soweit, dass sich manche fünf Minuten oder länger von irgendwem begrabschen lassen, anscheinend nur weil sie keine sanfte Möglichkeit finden den Kerl los zu weden. Ich habe selber erlebt wie ein Mädchen eng umschlungen mit Bursche A getanzt hat,[^5] während ihr Bursche B auf den Hintern gegriffen hat -- kein kurzer Klaps, sondern mehrere Sekunden lange mit beiden Händen. In einem normalen europäischen Club hat man nach so einer Aktion eine Schlägerei aller erster Klasse. In Roppongi gibt das einen scharfen Blick von Bursche A, ein Achselzucken von Bursche B und das Mädchen bewegt sich so, dass ihr Hintern für die nächsten paar Minuten nur von Bursche A begrabscht werden kann.

Alles was unter der Gürtellinie ist geht, Brüste sind tabu und Küssen ist die Grenze. Wenn die einmal überschritten worden ist geht -- zumindest für diese Nacht -- praktisch alles. So gegen 5:00 Früh kann man dann Hände in Hosen oder unter Röcken verschwinden sehen und auch die sowieso schon viel zu kurzen Miniröcke können dann ihr volles Potential entfalten. Dazu nehmen die Mädchen einen Oberschenkel des jeweiligen Tanzpartners zwischen die Beine und sich lassen sich dann zurück fallen, so dass nur die Hände des Partners am Rücken[^6] und der Oberschenkel -- auf dem sie sitzen -- ihr Gewicht halten.

Wer Tokyo jetzt für einen einzigen große Sündenpfuhl hält den muss ich allerdings enttäuschen. Einmal abgesehen von Roppongi, wo das oben beschriebene jeden Abend erlebt werden kann, geht es hier deutlich gesitteter zu als in Europa. Wer zum Beispiel einfach nur Spass beim Tanzen habe will kann nach Shibuya[^7] gehen. Dort zahlt zwar jeder drei bis viertausend Yen Eintritt in die guten Clubs, dafür gibt es aber kein herumgegrabsche, kein Gerempel, gute Musik und viel mehr Platz. Außerdem hat man dort auch nicht schon bei Betreten des Clubs das Gefühl die Freundin gerade betrogen zu haben.

Interessanter Weise gibt es in Shibuya auch viel weniger Ausländer. Die wissen einfach: Spass mit Japanerinnen hat man nirgends so ausgiebig und hemmungslos wie in Roppogi.[^8]

Und am Schluss noch einmal:
Die meisten meiner Freunde haben keine Japanerin als Freundin.
Eventuell weil sie ihre Freundin gerne öfter als einmal pro Woche für einen Abend sehen würden, oder auch weil sie einfach keine Lust auf Heiratsanträge nach zwei Wochen haben.

[^1]: Ich kenne keine einzige Austauschstudentin die einen japanische Freund hätte nur um das so nebenbei zu erwähnen, weil eigentlich geht es diesmal ja nur um Japanerinnen [^2]: Ein Bezirk in Tokyo der für das wilde Nachtleben berühmt ist [^3]: Eintritt frei für Frauen, Gajin 1000 Yen, asiatische Männer 3000 Yen ist ein durchaus üblicher Preis für diese Clubs [^4]: in denen aber fast nur reiche Japaner mit viel zu jungen Frauen sitzen, da auf der Tanzfläche abgesehen von Sex eh alles mehr oder weniger geduldet ist [^5]: um es jugendfrei auszudrücken [^6]: andere Leute würden das eventuell schon Hintern nennen [^7]: Ein anderer Stadtteil in Tokyo [^8]: Das steht auch mehr oder weniger deutlich in jedem Reiseführer drinnen