Hachi no Ko
In unserem Japanischunterricht gibt es immer eine Pause. Drei Stunden Japanisch am Stück sind einfach zu viel, vorallem für uns Anfänger, die noch bei jedem Satz zweimal überlegen müssen was wir da jetzt vor uns her stammeln, oder von was die Anderen gerade brabeln. In dieser kurzen Kaffeepause gibt es dann wirklich Kaffee und Kekse und manchmal bringt eine der Lehrerinnen auch irgendwelche anderen coolen Dinge mit. Meistens sind das japanische Alltagsgegenstände, die es einfach nur in Japan gibt und die, neben den Keksen, auch immer für sehr viel Begeisterung bei einigen der Studenten führen.
So auch gestern, da ist neben den wirklich guten Keksen ein kleines Glas mit irgendeinem bernsteinfarbenen Inhalt gestanden. Die Biene am Etikett lies mich natürlich sofort an Honig mit Nüssen denken und als ich die Kanji am Etikett dann schließlich als 蜂の子 -- Bienenkinder -- entziffern konnte, war alles klar. Irgendein spezieller Honig, den die Bienen für ihre kleinen Kinder produzieren und der besonders gut schmeckt. Eventuell sowas wie Propolis mit Honig und Nüssen.
Yum
Stellt sich allerdings heraus, dass Bienenkinder genau das sind -- in einer Mischung aus Sojasauce und Honig(?) eingelegte Bienenkinder -- auf Deutsch Bienenlarven. Als eine der Professorinnen das ganze dann noch als 気持ち悪い[^1] bezeichnet und die andere uns gefragt hat ob wir Männer oder Memmen wären war alles klar.
Bienenkinder schmecken irgendwie knackig, wie in Sojasauce und Honig eingelegtes Popcorn und als Nachspeise gab es dann noch in einer ähnlichen Sauce eingelegte Heuschrecken. Laut der Professorin die sie mitgebracht hat sind Heuschrecken die Schrimp des Landes.
Gegessen wird das vor allem in Bergregionen, wo die Einwohner keinen frischen Fisch bekommen konnten und deshalb auf Insekten zurückgreifen mussten um ihren Proteinbedarf zu decken.
Und wer mir nicht glaubt -- es gibt wie so oft noch ein paar Bilder auf Flickr. Wer sich lieber der Bienennahrung als Bienen als Nahrung widmet, dem gefallen eventuell meine Bilder vom Blumenfest.
[^1]: schlechtes Gefühl
Wenn ich abends nach der Uni nach Hause fahre ist es meist schon relativ spät. Irgendwas zwischen 20:00 und 22:30 ist hier völlig normal.
Dieses Wochenende haben ein paar von uns einen Tagesausflug nach Nikko gemacht. Nikko ist eine sehr nette kleine Stadt am Rande von Tokyo und berühmt für seine Tempel, heißen Quellen und die Wasserfälle. Im Herbst kommen dann auch noch die sich langsam leuchtend rot und gelb verfärbenden Blätter (紅葉) dazu. Das macht das ganze Erlebnis besonders schön. Insbesondere da wir unglaubliches Glück mit dem Wetter hatten.