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Sonnenblumensamurai

ich mit Rose Ich bin kein guter Budoka.

Zwar begeistern mich die Philosophie, die Technik und die runden Bewegungen im Aikido, aber wenn es darum geht sich daran zu erinnern, dass das alles eigentlich dazu dient jemanden[^1] umzubringen, dann frage ich mich jedes mal warum ich mit Aikido anstatt von Tai Chi angefangen habe.

Nimm das Messer und stich anständig zu.

Seufts
Immer nur töten töten töten -- Keiner sagt bleib stehen und riech an den Rosen.

Neben Manfreds Rede über die Länge des Jo,[^2] kann ich mich auch noch lebhaft an seinen Ausruf über meine Art den Uke anzugreifen erinnern.

Greif anständig an!
Aber ich will ihm ja nicht weh tun.
Alexander, wir machen hier Budo und nicht Blumenstecken!

Naja wenigstens war es dann völlig still im Dojo und das halblaute Sonnenblumensamurai, dass ich danach in der Dusche mehrfach vernehmen konnte, hat sicher wem anderen gegolten.

Unlängst bin ich dann nach reiflicher Überlegung und längerem Studiums des einladenden Textes auf der Homepage des Hombu Dojos in Tokyo zu dem Entschluss gekommen, dass ich eine gemütliche Ausrede brauche um dort nicht zu trainieren. Irgendwie klingt das so streng, nach viel Aufwand und Hakama darf ich dort auch keinen tragen.[^3]

Die Idee war den sicher sehr weiten Weg und die damit verbundenen Umstände möglichst blumig zu beschreiben und dann ganz nebenbei die Option Aikido auf der Universität in einem sicher ganz ausländerfreundlichen Kurs für Studenten zu betreiben zu erwähnen.[^4]

Gesagt getan und so nähere ich mich Manfred vorsichtig in der Pause zwischen den zwei Einheiten. Ein misstrauischer Blick seinerseits macht mir klar, dass ich offensichtlich sehr leicht zu durchschauen bin.

Du Manfred ich bin mir noch nicht sicher ob ich in Japan ins Hombu Dojo trainieren gehen werde.
Was?!? Wenn du schon weiss Gott wie lange nach Japan fährst, dann mach dort wenigstens Aikido!
Naa, ich habe mir überlegt die sind sicher so garstig zu mir. Ich fang lieber mit Ikebana[^5] an.

Irgendwann lerne ich zu denken und dann erst zu reden, aber bis dahin habe ich sicher noch jede Menge Spass.

Übrigens für alle die es interessiert, das Hombu Dojo ist weniger als 30 Minuten von der Todai entfernt, also werde ich wohl sicher zumindest als Gast ein paar mal dort trainieren.

[^1]: Idealer Weise den Gegner und nicht sich selbst [^2]: Leo die paar Zentimeter sind völlig egal. Nicht die Länge sondern die Technik ist entscheidend! [^3]: Und das Alexander auf meinem Hintern macht sich SO gut [^4]: Das wäre eventuell sogar deutlich günstiger als die fast 8.000 Yen (rund 50 Euro) pro Monat die das im Hombu Dojo kosten würde [^5]: Ikebana ist die Kunst des Blumensteckens

unverschlüsselt

Zugegeben ich habe ein leicht erhöhtes Bedürfnis wenn es um meine Privatsphäre beim Computer geht. Meine Festplatten sind normalerweise verschlüsselt, meine Passwörter sind schon nach der Hälfte der Zeichen sicher und wenn ich ein Blogpost schreibe und jemand kommt ins Zimmer wechsle ich den Bildschirm, damit niemand sieht was ich da mache. Ich würde sterben, wenn irgend jemand meine e-mails lesen, meinen Browser Verlauf studieren und all meine persönlichen Dokumente inspizieren könnten. Außerdem hoffe ich, dass niemand meine Passwörter kennt und für Leute die nur kurz was im Internet nachsehen wollen habe ich eigentlich einen Gästeaccount.

Ich sehe aber auch vollkommen ein, dass nicht jeder Mensch so auf seine Daten achtet. Georg zum Beispiel hat Passwörter überall wo nur irgend möglich ausgeschaltet, und die anderen sagt er mir alle, damit ich übers Telefon Dinge für ihn erledigen kann.

Im allgemeinen respektiere ich die Privatsphäre andere Leute, auch wenn sie ihre Daten nicht sicher verbergen, nur heute hat mich das W-LAN, dass ich eigentlich benutzen hätte sollen verschmäht.[^1] In meiner Not[^2] habe ich meinen Computer einfach einmal auf gut Glück nach offenen Netzten suchen lassen und siehe da tatsächlich hat sich innerhalb von Sekunden default, ein unverschlüsseltes Netz mit exzellentem Empfang und erstaunlich gutem Datentransfer, gefunden.

Ich verstehe zwar nicht warum jemand sich die Mühe machen würde die Verschlüsselung, entgegen den mehrfachen Warnungen die so ein Unterfangen mit sich bringt, auszuschalten, aber einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.

... oder doch?

Da ist doch glatt ein Rechner im Netz freigegeben. Einen Klick später ist mir auch klar, dass ich als anonymer Benutzer volle Schreibrechte auf sein Benutzerverzeichnis habe!

Übrigens rede ich immer von einem Mann, weil ich neben seinen Firmen und Finanzdaten auch auf seine Familienfotos gestoßen bin -- Der Japanurlaub war sicher cool, die sieben Enkeln sind auch süß, aber bei den Nacktfotos hat er leider nicht ganz meinen Geschmack.

[^1]: weil irgend so ein Kasperl sich in einem Netz mit dynamisch vergebenen IP-Adressen eine statische selber zugewiesen hat und dabei natürlich genau die mir zugewiesene erwischt hat. [^2]: Ich habe ganz dringend einen Schuss Internet gebraucht und Süchtler kennen keine Grenzen

iTunes U

Paramecium aurelia - Optisches Mikroskop Mein Wissen über Biologie ist schon ein wenig eingerostet.

Ich hatte zwar eine guten Biologie Professorin im Gymnasium, trotzdem ist mir alles was über den ganz einfachen Zellaufbau[^1] hinaus geht mittlerweile gänzlich unbekannt. Könnte sich als ein Problem herausstellen, wenn ich in nicht ganz einem halben Jahr in Japan sitzen und Zellen anstupsen werde.

Die Option meinen Zugang zu den Bibliotheken dazu zu nutzen mir Biologiebücher im großen Stil auszuborgen und unters Kopfkissen zu legen klang nicht sehr verführerisch. Zum einen sind das immer so massive Werke und bescheren mir über kurz oder lange Nackenschmerzen und zum anderen duften die nicht nach frischer Druckerschwärze, sondern nach kalten Zigaretten, kaltem Kaffee und dem Angstschweiß unzähliger Studenten die für irgendwelche Prüfungen gelernt haben. Nicht unbedingt die ideale Mischung für geruhsame Nächte.

Also musste eine andere Option her!

Ich will irgendetwas, dass mir zumindest das Gefühl von Wissen vermittelt -- am besten völlig ohne Aufwand meinerseits.

iTunes U

Mitgeschnittene Vorlesungen von einigen sehr renommierten UNIs gratis auf iTunes zum runterladen.[^2] Dort gibt es Vorlesungen für wirklich jeden Geschmack. Angefangen bei Abilene Christian University wo Themen wie Portabel Technology & Faith und Ministry & Theology besprochen werden über American Military University mit Schwerpunk auf Homeland Security bis hin zu Yale. Und irgendwo dazwischen findet sich auch eine meiner Lieblings UNIs -- das MIT.

Also gehe ich jetzt immer mit einer 40-50 minütigen Vorlesung aus Mikrobiologie schlafen und ich merke schon wie sich mein Wissen völlig ohne Aufwand mehrt!

Stellt sich nur noch die Frage was mein nächste Kurs sein sollte. Mechanical Engineering klingt verlockend, aber Biological Engineering ist sicher auch äußerst interessant und das kratzt erst an der Oberfläche von dem was alleine vom MIT angeboten wird.[^3]

Am Schluss eventuell noch ein Hinweis. Credits bekommt man dafür natürlich nicht, das ist alles nur um meinen Wissensdurst zu stillen und die meisten Vorlesungen die ich gefunden habe sind eher Einführungsvorlesungen -- also ideal für Leute wie mich die einfach nur ihr Basiswissen auffrischen wollen.

Das Bild habe ich dem Wikimedia Commons Archiv entnommen.[^4]

[^1]: Mitochondrien (Kraftwerke), Nukleus (Kern), Ribosomen (Protein-produzenten), Golgi-Apparat (irgendwas mit den Zellwänden) und Vakuole (Müllabfuhr?) sagen mir grade noch was [^2]: So sehr ich Apple und iTunes für ihre Closed Source Philosophie hasse so genial sind ihre Programme teilweise [^3]: Ich bin für alle Tipps was es sonst noch für interessante Vorlesungen gibt dankbar [^4]: Abgesehen davon, dass ich das höchst wahrscheinlich nicht so gut fotografieren könnte habe ich auch keinen Adapter um die Kamera an das Mikroskop anzuschließen