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Weihnachtsfortgehen

Stefan mit Sonja und Nora Früher war alles besser!

Da musste ich zwar noch durch den Hüfthohen Schnee zur Schule gehen,[^1] aber dafür waren die Leute noch viel motivierter fortzugehen.

Jetzt hat jeder zweite Kinder und selbst die die keine haben verbringen den Vorweihnachtsabend lieber mit der Freundin als mit den Schulfreunden bei einem Bier. Sogar das Lokal in das wir immer gegangen sind hat schon seit Jahren geschlossen und das Ausweichlokal heisst auch nicht mehr Barfly, verkauf jetzt Frühstück, ist hell und fast nicht mehr verraucht.

Aber das schlimmste sind eindeutig die Veränderungen der Leute. Wolfi hatte einen nicht völlig ausgewaschenen Pullover an und ich habe ernsthaft überlegt ob ich nicht ein Hemd anziehen sollte.

Seufts
Irgendwann sollte wohl selbst ich akzeptieren, dass wir alle schon ende zwanzig sind und eine erfüllte Nacht nicht nur jede Menge Bier und laute Musik, sondern auch Schlaf[^2] enthalten sollte.

Andererseits wenn ich nur an 2003 denke ...[^3]

[^1]: Ich kann mich sogar noch an einen Tag erinnern, an dem es so viel geschneit hat, dass die Busse nicht mehr gefahren sind und wir deshalb gar nicht oder nur viel zu spät in die Schule gekommen sind [^2]: im eigenen Bett mit geschlossenen Augen [^3]: das Foto ist übrigens von 2003 und da waren wir noch nicht wirklich betrunken

Niet und Nagelfest

Das Wohnzimmer vor Georg Natürlich freuen Christof und ich uns immer wenn Georg zu Besuch kommt, aber noch erfreulicher ist es natürlich, wenn er uns das auch vorher sagt. Mit genug Vorwarnung können wir uns nämlich ideal auf seinen Besuch einstimmen -- alle Lebensmittel gut verstecken und alles was nicht Niet und Nagelfest ist in den Keller wegsperren.

Zugegeben er hat sich schon sehr gebessert und das Werkzeug verschwindet jetzt nicht einfach so -- mittlerweile erwähnt er beim Gehen zumindest die Hälfte der Dinge die er mitzunehmen gedenkt. Ein einfaches "Ach und ich nehme den Schleifer auch mit", so belanglos es auch erscheinen mag, ist schon ein riesiger Fortschritt, weil wir uns zumindest nicht mehr tagelang wundern müssen wo das Gerät hinverschwunden ist.

Und auch wenn ich nach einem Besuch von Georg den Kühlschrank aufmache, kommt es mir nicht mehr so vor also ob ein biblischer Schwarm Heuschrecken eingefallen wäre, sondern einfach nur eine hungrige Fußballmannschaft.

Und so habe ich in letzter Zeit angefangen mich einwenig zu entspannen wenn Georg vorbeikommt und bin daher auch offener für allfällige Vorschläge.

Sag dieser Einbauschrank ist wirklich schrecklich. So altväterisch, der drückt das ganze Zimmer. Willst' den nicht raus haben?
Wir brauchen den Abstellplatz und solange kein neuer da ist kommt der nicht raus.

Keine 10 Minuten später räumen wir den Schrank aus -- nur um einmal zu schauen wieviel von den Dingen aus dem Einbauschrank in andere Kästen verräumt werden können. Die Entscheidung ist ganz eideutig:

Wir brauchen den Platz -- Der Schrank muss bleiben

Schon alleine wegen dem Alkohol und den Gläsern, die irgendwo im Wohnzimmer griffbereit untergebracht werden müssen und während ich noch die Bücher, die ich in Christofs Zimmer geräumt hatte, zurückbringen will, fängt Georg an den Kasten zu zerlegen und die Einzelteile zum Müll zu stellen.

Jetzt haben wir einen Einbauschrank weniger, einen Haufen Bretter, die nicht zum Hausmüll dürfen, am Balkon herumliegen und Georg ist zufrieden.

Das Wohnzimmer nach Georg

Sag dieser dreibeinige Stuhl da, der ist ja absolut abscheulich und mir immer schon ein Dorn im Auge gewesen, jetzt wo wir schon dabei sind ...

Naja fast zufrieden halt.

Time Machine

Leute die mich länger kennen wissen, dass ich es regelmäßig schaffe mit kleineren kryptographischen Unfällen[^1] ganze Festplatten voll mit wichtigen Daten innerhalb von Sekundenbruchteilen in Festplatten gefüllt mit pseudozufälligen Zahlenfolgen zu verwandeln. Aber ehrlich gesagt hat meine Paranoia ihren Zenit schon weit überschritten und mir sind vernünftige Backups inzwischen viel wichtiger als unknackbare Verschlüsselungsmethoden.[^2]

Mit Time Machine hat Apple jetzt eine genial einfach zu bedienende Backuplösung im Betriebssystem integriert. Funktioniert leider nicht vernünftig mit verschlüsselten Home-Verzeichnissen, aber wie gesagt Backups sind mir mittlerweile wichtiger und so saßen meine geliebten privaten Daten schon länger völlig ungeschützt und unverschlüsselt auf meiner Festplatte herum.[^3]

Aber nach knappen zwei Wochen Leopard, wurde mir klar, dass ich Klartext-Daten einfach nicht genießen kann. So wie fast alles das ich schätze, sollten auch Computer eine gewisse Aura der Undurchschaubarkeit verbreiten, und wenig strahlt unergründlich mehr aus als AES-256 verschlüsselte Daten.

Ermutigt von einem soliden Backup durch Time Machine habe ich dann MacFUSE, EncFS und EncFSVault installiert und, nach einem schnellen äußerst erfolgreichem Test an einem eigens dafür angelegtem Benutzer, war ich bereit mein Home-Verzeichnis zu verschlüsseln, um den Datendurchsatz meiner Festplatte zu halbieren und meinen Coolness Faktor zeitgleich ins Unendliche zu treiben.

Natürlich hat es nicht ganz so funktioniert wie ich mir das vorgestellt habe, aber wer nimmt auch an, dass es bei einer so einfachen Operation mit Software die teilweise ja schon fast Beta Stadium erreicht hat und die ich nur geringfügig an meine Bedürfnisse adaptiert hatte, Probleme geben könnte. Glücklicher Weise hatte ich ja ein tolles Backup von Time Machine -- Unglücklicher Weise schaffte es Time Machine anscheinend nicht Backups von Datenbanken die benutzt werden fehlerfrei zu erstellen und findet es auch nicht der Mühe wert den unwissenden Benutzer darüber in Kenntnis zu setzten. Überaus glücklicher Weise hatte ich noch ein zwei Wochen altes händisch erstelltes Backup.

Schön langsam sehne ich mich wieder nach Linux. Das ist zwar nicht halb so hübsch und die hippen Kids haben alle Macs, aber dafür ist Linux viel schneller und wenn man sich auskennt funktioniert einfach alles -- und zwar genau so wie ich es will und nicht wie Steve Jobs sich das vorstellt!

Wenn nur Aperture nicht wäre, aber blueMarine sieht von Tag zu Tag besser aus und Beta unter Linux ist oft deutlich stabiler als Stable auf anderen Betriebssystemen.

Bild gibt es leider keines, weil ich im Moment zu wenig Zeit habe, sich mein Computer noch nicht ganz von dem kleinen Zwischenfall erholt hat und Fotos auf meiner Prioritätenliste ganz unten stehen.

[^1]: mittlerweile schaffe ich es aber schon mir die meisten meine Passwörter zu merken [^2]: Wobei so eine sexy Festplatte mit LUKS auch nicht zu verachten ist [^3]: Safari 3.0 bietet aber glücklicher Weise die Funktion privates Surfen an, die sich perfekt eignet um diese brisanten Seiten zu betrachten, ohne Spuren zu hinterlassen.