Skip to content

Kulturelle Eigenheiten

Immer wenn mich Japaner (oder Europäer via Skype oder Mail) fragen was denn der große Unterschied zwischen Japan und Österreich ist bin ich sprachlos. Nicht so sehr weil mir keine Unterschiede einfallen, sondern viel mehr weil ich das so schlecht in Worte fassen kann. Die Kultur ist einfach in vieler Hinsicht völlig anders.

Hier ist es völlig normal, dass 14 jährige Mädchen Röcke tragen die kürzer sind als normale Boxershorts. Der かわいい overkill mit Hello Kitty und diversen anderen mehr oder weniger süßen Figürchen, die tausenden kleiner wollig-flauschigen Anhänger und Verzierungen und der Kindliche look von erwachsenen Japanerinnen sind meiner Meinung nach alles nur Dinge die an der Oberfläche kratzen. Genau so wie die Bereitwilligkeit bis spät in die Nacht zu arbeiten, völlig erschöpft ins Bett zu fallen und am nächsten morgen früh aufstehen, nur um dann wieder in die Arbeit zu hasten.

Mittlerweile geht mir das fast schon ab wenn ich einmal einen freien Tag habe. Unverplante Zeit welch Horror!

Aber genau genommen sagt das noch gar nichts darüber aus wie anders manche Dinge hier aufgefasst werden. Deshalb gefallen mir japanische Plakate so gut. Da ist meist relativ klar was für eine Emotion geweckt werden soll, nur oft genug ist mein Empfinden völlig Konträr zu dem was ich erwartet hätte.

![Japanisch Highschool Studentin](/uploads/blog/2008/1226-highschool.png "An mein zukünftiges Selbst einen Brief schreiben")

Das Plakat wirbt nicht etwa gegen Vergewaltigungen von Highschool Students, sondern dafür einen Brief an das eigene Selbst in der Zukunft zu schreiben. Dabei hebt die Post die Briefe für einige Zeit auf und nach ein paar Jahren kann man sich dann über die eigenen Gedanken amüsieren. Fast wie Tagebuch schreiben, nur ohne Eltern die es lesen können.

Ich habe übrigens auch eine Karte mit einer Anlaufstelle bei Sexueller Belästigung gefunden. Die hatte Hello Kitty als Titelfigur -- kein Scherz!

Trackbacks

No Trackbacks

Comments

dp on :

Das finde ich wirklich toll - dass dafür geworben wird, sich Gedanken über den eigenen Lebensplan zu machen. Wenn man den Brief nach einiger Zeit zurück bekommt, kann man vergleichen, wo man steht, ob man sich seinem Ziel genähert hat. Super.

alexander on :

Ich finde viele der Ideen hier wirklich gut und sie machen viel damit sich die jugendlichen besser fühlen.

Trotzdem wenn ich das Plakat ansehe denke ich nicht unbedingt an glückliche Kinderzeit oder die Freude am Briefschreiben. (Wobei ich zugeben muss, dass mir auch nicht klar ist wie man das besser darstellen könnte)

The author does not allow comments to this entry