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Roppongi 2

Obwohl ich beim ersten mal in Poppongi echt nicht begeistert davon war -- um das einmal freundlich auszudrücken -- konnte mich ein Kollege aus dem Heim dann doch dazu überreden es noch einmal mit ihm zu versuchen. Also sind wir Freitag Abend gemeinsam losgezogen um die Clubs in Roppongi unsicher zu machen. Begleitet haben uns ein paar Gaijin[^1] die schon ein einige Jahre in Japan leben und sich hier dementsprechend gut auskennen.

Als erstes, noch bevor wir wirklich in Roppongi waren, hat uns eine Kameracrew abgefangen und drei vier englische und genau ao viele japanische Sätze in die Kamera stammel lassen. Ich bin schon gepannt ob ich ins japanische Fernsehen komme und wenn ja wie schlimm ich dort zerrissen werde. Das ganze ist auf jeden Fall eine Sendung für Frauen in den Tweens und wird am 25. ausgestrahlt.

Dann haben wir die Freunde von Martin getroffen. In einer Horde Rugbyspieler[^2] die sich den Weg durch die Menschen rempeln ist Roppongi eigentlich ganz nett. Viel Platz und man wird auch nicht blöd angequatscht.

Zuerst ging es in eine Shotbar mit einer ewigen Bestenliste der größten Säufer. Wer mehr als 1000 Shots in einem Monat trinkt kommt auf die Ehrentafel für den 1000 Shot Club, es gibt eine Plakette für den größten Säufer des jeweiligen Monats und eine große Ehrentafel für den der als erster(?) über 1000 Shots pro Monat gekommen ist. Nicht unbedingt meine Bar, aber es gab auch Bier und eigentlich wollte ich nur bis zur letzten U-Bahn bleiben. Dann aber machten wir uns auf in einen der anscheinend besseren Clubs in Roppongi.

Ich muss sagen die Leute waren noch immer nicht so nett angezogen wie in den Bezirken die mir wirklich gut gefallen -- hier gabe es einfach nur jede Menge kurze Röcke, aber nicht diese wirklich nette Verspieltheit der Mode die mir in Japan so gut gefällt -- und sicher ein Drittel der Anwesenden waren, so wie ich, Ausländer, aber in dem Club ist es wirklich abgegangen!

Alle habe getanzt und die Musik war wie immer zu laut um sich wirklich unterhalten zu können. Also sucht man sich hier einfach eine Japanerin die einem gefällt,[^3] nimmt sie an der Hand[^4] und wenn sie sich zu einem hindreht und lächelt kann man damit rechnen innerhalb der nächsten 2 Minuten zumindest geküsst zu werden. Wenn sie nicht lächelt oder sich nur halb umdreht geht man einfach zu nächsten.

Abschließend muss ich sagen, dass es zwar ein interessantes Erlebnis war, aber ich nicht glaube sowas einmal pro Woche machen zu wollen, geschweige denn drei bis vier mal so wie manch andere Europäer in Japan.

Bild gibt es keines. Ich habe das nicht so gerne wenn meine Kamera in Alkohol mit Zucker und Eis gebadet wird. Auf der Kleidung finde ich das schon ekelhaft genug.

[^1]: Ausländer genau wie wir [^2]: kein Scherz [^3]: Japaner gehen auf die Europäerinnen [^4]: höfliche Variante

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