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Lebensmittelvergiftung

Eine Japanologin, die ja bekanntlich studieren um zu lernen wie man sich in Japan richtig verhält, hat mir auf die Frage was ich alles beachten muss gesagt, dass ich nicht japanischer als die Japaner sein sollte. Leichter gesagt als getan! Das Leben auf der Todai besteht ja aus nicht viel mehr als in der Früh auf die Uni kommen, den ganzen Tag mit den japanischen Kollegen im Lab sitzen, zusammen Mittag und Abend essen,[^1] und am Abend, nach Möglichkeit noch vor der letzten U-Bahn, nach Hause fahren.

Am Heimweg kaufe ich mir meist noch einen kleinen Snack, den ich entweder noch vorm Schlafengehen esse, oder als Frühstück verwerte. Aber selbst bei dem Snack kann ich mir natürlich nicht sicher sein, dass die Japaner das nicht genauso halten.

Bleiben also noch die Wochenenden. Letztes Wochenende habe ich ganz japanisch mit meinem Tutor verbracht, aber diesmal wollte ich endlich einmal den Ratschlag wahrnehmen und etwas mit den anderen Leuten aus dem Heim unternehmen, insbesondere wo doch der Montag Frei war.[^2]

Also Sonntag Abend ist Fortgehen mit nicht Japanern angesagt und was mache ich? Wie ein braver Japaner schnappe ich mir meine Lebensmittelvergiftung nicht unter der Woche, wo ich ja Arbeit verpassen würde, sondern ausgerechnet an meinem langen Wochenende. Genau so muss man das machen. Nicht etwa an einem normalen Wochenende, wo ich dann eventuell noch angeschlagen in die Arbeit komme, nein das muss schon eines der wenigen langen sein.

Glücklicher Weise hatte sich meine Unfähigkeit auch nur einen Schluck warmes Wasser zu trinken bis zum Montag Abend gelegt, also bin ich nicht völlig dehydriert und was noch viel wichtiger ist ich versäume keine Uni! Lediglich zum Vokabellernen bin ich nicht so wirklich gekommen, dazu waren meine Aufenthalte außerhalb vom Klo einfach zu kurz. Dafür bin ich aber draufgekommen, dass es eigentlich eine ganz gute Idee ist die Nummer der Rettung zu kennen und die Eigene Adresse aussprechen zu können.[^3]

Wenn mich meine japanischen Kollegen jetzt fragen was ich am Wochenende gemacht habe, behaupte ich einfach ich hätte mit den anderen Europäern Japanerinnen aufgerissen. Das haben sie sicher nicht gemacht und ich will ja auf keinen Fall zu japanisch wirken.

[^1]: Alle essen das gleiche Gericht, das vom Ranghöchsten am Tisch ausgesucht wird [^2]: Tag des Sportes [^3]: Das ist mir übrigens aufgefallen, als mir klar wurde, dass es im Notfall noch mehr Barrieren als die Sprachbarriere zwischen mir und dem sicheren Krankenhaus gibt

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Comments

S. on :

ist das nicht immer so? dass man meist in der freien oder ungünstigsten zeit erkrankt?

wenigstens hast du nicht 2 wochen durchfall, wie ein bekannter von mir das hatte, der sich so auf das essen in japan umgestellt hat..

Julia/Rashidanya (not logged in) on :

:eek:

Gut zu wissen, dass wer Blogs schreiben kann, zumindest halbwegs auf den Beinen ist. Gute Besserung!

Und: Böses Fischbrötchen! (wenn's denn eines war...)

alexander on :

Wie gesagt Dienstag habe ich schon wieder auf die Uni gehen können und somit keine Arbeitszeit versäumt. Nur meine Freizeit ist draufgegangen. :redface:

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