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Tümpeltauchen

Badeteich Hirschstetten Tauchen in der Karibik, bei Sichtweiten jenseits von Gut und Böse, in Ägypten, an tollen Riffen, oder auf den Andamanen, mit Meeresschildkröten, das kann heutzutage eh schon jeder der ein bisserl Geld hat und auf einen mehr oder weniger windigen Tauchguide vertraut. Nein das wahre Abenteuer wartet nur noch in den tiefen, dunklen und kalten heimischen Seen -- wie beispielsweise dem Badeteich Hirschstetten.

Auf den ersten Blick mag soetwas nach einem unspektakulärem Tauchgang klingen, aber es hat Divemasterin Michi und mich Profi-Flaschen-bis-aufs-letzte-Entleerer viel Vorbereitung in Form von Sake, japanischen Snacks und Bier, gekostet um für dieses Wagnis entsprechend gewappnet zu sein.

Also haben wir uns, nachdem meine offizielle Anfrage um Taucherlaubnis in dem Tümpel wohl eine ganze Abteilung der MA42 belustigt hat, an einem verregneten Sonntag Vormittag auf den Weg gemacht.

Gleich vorweg, das Gewässer ist nichts für Warmduscher oder Sockenbügler. Die MA42 warnt extra noch vor irgendwelchem blutrünstigem Getier, dass da über die unschuldigen Taucher herfällt und bei Sichtweiten um die 20cm werden selbst 5-6 Meter zum Erlebnis. Michis einzige Auflage für den Fundive war, dass ich meine Flasche nicht unter 30 Bar aussaugen sollte. Immerhin hatte sie für die Flaschen unterschrieben und damit stand auch ihr Ruf stand auf dem Spiel.

30 Bar, sowas muss doch nicht extra erwähnt werden! Jeder vernünftige Taucher endet seinen Tauchgang mit 40-50 Bar in der Flasche und nicht mit 12 Bar in der eigenen Flasche, am Oktupus des Buddys hängend![^1]

Die verbleibende Luft kann selbst der unaufmerksamste aller Taucher eigentlich gar nicht übersehen, schon alleine deshalb nicht, weil der Tauchcomputer mehr als rechtzeitig ein Signal gibt und am Schluss, ich würde sagen so ab 30 Bar Restdruck, eigentlich nur noch schreit, pieps und blinkt. Das kann extrem lästig sein, vorallem dann wenn man seine letzten Momente unter Wasser noch in Ruhe genießen will. Gut ist nur, dass das Gesemper des Computers aufhört, sobald man das atmen einstellt.

Gefunden haben wir übrigens jede Menge -- Müll, eine Brille, einen Fisch, eine Wasserbombe aus dem zweiten Weltkrieg,[^2] die sich auf den Zweite Blick aber leider als altes Ölfass herausgestellt hat, einen Volleyball und die Erkenntnis, dass ein Tauchgang, bei dem der Atemregler am Boden anstößt, bevor der Boden zu erkennen ist, nicht sehr entspannend wirkt. Außerdem habe ich jetzt von diesen mistigen Blutsaugern mehr Dipel als Gelsenstiche nach einem romantischen Spaziergang in Finnland.

[^1]: Wieso muss ich als echter Mann auch immer mit den 10L Mädchenflaschen tauchen?!? [^2]: Und ich habe immer gedacht nur in den Kärntner Seen halten sich Munition und Fische die Waage

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Comments

dp on :

Im Badeteich von Mesteri wartet das nächste Abenteuer auf dich! Die Unterwasserpflanzen sind schon so dicht und hoch, dass sie unbedingt einmal unter Wasser geschnitten werden müssen! Dein Tauchausflug nach Ungarn würde sogar gratis Kost und Logis beinhalten !!!

Michi on :

olla!

schaut so aus als könnten ma das nächste abenteuer noch im juni starten...wann hast denn zeit und welches ziel hättest denn diesmal geplant? kriegst diesmal auch eine 12l "männerbrauchenjasovielluftflasche"!! :-D

alexander on :

Ungarn klingt verlockend, weil viel kleiner als so ein Tümpel in Wien ist der Teich auch nicht und dann hätte ich wenigstens was zutun unter Wasser ;-) (ganz zu schweigen von den deutlich höheren Sichtweiten und den vielen Fischen und Muscheln)

Die Pressluftflaschen sind eventuell ein Problem, weil ich mir nicht sicher bin ob man die gefüllt nach Ungarn schleppen darf.

Georg hat irgendwas vom Esslinger Baggerteich gefaselt. Dort ist angeblich ein Bagger versenkt und bessere Sicht soll er auch haben, allerdings gibt es in der Gegend sehr viele kleine Tümpel und fast alle haben (zumindest auf meiner Karte) keinen Namen.

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