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Aikido Trainingslager

Gerda Wie ein paar von euch ja wissen bin ich zur Zeit auf Aikido Trainingslager in Frankreich.
Das Wetter könnte nicht besser sein, wir haben irgendwas zwischen 26 und 32 Grad bei strahlendem Sonnenschein, wenig Luftfeuchtigkeit und einem tollen klarem Meer mit super Sandstrand praktisch direkt vor Haus und auch beim Trainieren sehen wir direkt aus der Halle auf das Meer hinaus.

Das hier nicht das geringste geregelt oder nach Plan Abläuft ist mir mittlerweile auch schon aufgefallen. Am Tag vorher zu fragen was am nächsten Tag geplant ist wäre völlig sinnlos. Eine ganz grobe Aussage kann man eventuell zu Mittag erfragen. Einziger Fixpunkt ist eigetlich nur das Training am Vormittag von 9:00 bis 12:00. Streber können schon ab 7:00 ins Iaido Training, aber 5 Stunden Training am Vormittag sind mir dann doch ein bisserl zu viel, vorallem wenn man sich einmal vor Augen hält, dass eine Stunde Training inetwa einen Liter Wasser "verbraucht". Außerdem muss ich mich auch irgendwann von den Nächten mit den Aikidokern, dem Wein und dem Anisschnaps erholen.

Es funktioniert alles -- irgendwie -- nur nicht so wie geplant und mittlerweile finde ich den Kontrast zum typischen Urlaub mit den Physiker wirklich erfrischend -- für einen Urlaub, aber sicher nicht immer.

Rohr Beispiel gefällig:
Die Gruppe mit der ich nach Bratislava geflogen bin musste nie warten um ins Flugzeug einzusteigen, weil wir so spät am Flughafen angekommen sind, dass wir direkt vom Check-In Borden konnten. Das Abflussrohr mit den Waffen hat das Bodenpersonal dann auch kurz stutzig gemacht. Barbara die vor mir zum Check-In geeilt ist konnte die Frage nach dem Inhalt ihrer Tasche mit Übergröße gerade noch von einem sicher aufsehen erregendem weapons in ein harmloses w-wood ändern. Als er dann meines Rohrs ansichtig wurde hat er sich dann jeden weiteren Kommentar gespart und nur noch den Kopf geschüttelt. Nicht einmal die obligatorische Frage danach wer meinen Koffer gepackt hat ist ihm über die Lippen gekommen! Sonnenbrille, Panamahut, weisse Hose graues T-Shirt mit Totenkopf, orange Sporttasche und das Abflussrohr locker über die Schulter geworfen haben ihn anscheinen genug aus der Fassung gebracht.

Für die erste Nacht hatten wir keinen Plan und sind dann im Dojo (und nicht am Strand) untergekommen, wobei der Strand eventuell erholsamer gewesen wäre. Max schnarcht und damit meine ich nicht so ein harmloses schnarchen wie ich es von diversen Freunden gewohnt bin, sondern ein Schnarchen so laut, dass alle Leute im Dojo (so an die 40) nicht schlafen konnten. Gegen Ende der Nacht sind dann schon wildfremde Menschen aufgestanden und haben ihn geschüttelt, damit wenigstens 5 Minuten Ruhe ist.

Jo Der Mensch ist so schlimm, dass man ihn selbst noch außerhalb des Hauses, wenn sich die Leute normal unterhalten deutlich hören kann. Dass die Fenster seines Zimmers nicht geschlossen waren tat nicht viel zur Sache, weil das Zimmer ohnehin auf der anderen Seite des Hauses lag. Ich übertreibe nicht, das Schnarchen tut mir in den Ohren weh, wenn ich am frühen Abend neben seinem Bett stehe. Georgs Motorrad ist meiner Meinung nach zumindest bei niedrigen Touren leiser!

Am zweiten Abend wollten wir dann grillen, aber aufgrund einer Fehlkommunikation sind dann einige ohne Essen dagestanden und andere zuerst gar nicht aufgetaucht. Manchmal komme ich mir vor wie der organisierteste aus der ganzen Truppe und das bei einem Urlaub, wo mir eigentlich alles egal ist und ich mich um nichts kümmere. So hatten in unserem Haus zB nur drei von fünf Leuten Sonntag Abend etwas zum Essen eingekauft. Die Frage "Was ist denn der Plan?" endet meistens in Schweigen oder blödem Gemaule, dafür sind die Leute aber auch sehr leicht zu allem zu motivieren.[^1]

Die einzige wirklich wichtige Regel hier ist Trinken. Mindestens 6 Liter reines Wasser pro Tag und mindestens einmal pro Tag pinkeln. Wer nicht einmal pro Tag auf Klo muss trinkt viel zu wenig. Ich schaffe irgendwas zwischen 6 und 9 Liter pro Tag. Nur so zum Vergleich 9 Liter sind ein ganzes Sechsenpack Mineralwasserflaschen und das pro Person pro Tag. Der erste Weg in der Früh ist immer vorbei am Supermarkt 2 Flaschen Wasser kaufen, eine halb austrinken bis man im Dojo ankommt, dann drei Stunden Training und in der ersten viertel Stunde nach einer Trainingseinheit eine ganze Flasche. Den Rest der zweiten Flasche bringt mich dann gerade noch bis zum Supermarkt wo ich mir nochmal 2-3 Flaschen kaufe. Bis zum Nachmittagstraining verbringe ich die Zeit meistens mit Salzgebäck und ein bis zwei Litern Wasser. Die 30 Grad sind zwar nicht heiss, reichen aber völlig aus um einen beim Training anständig zum Schwitzen zu bringen und wer zu wenig trinkt, oder keinen guten Kreislauf hat fällt während des Trainings einfach um. Das ist jetzt schon zwei Leuten passiert und die Veranstalter sagen jedes mal vor und nach dem Training, dass die Leute mehr trinken sollen, eben mindestens 6 Liter pro Tag.

Zehen Meinen ersten blauen Flecken habe ich natürlich auch schon und von Spatzen möchte ich gar nicht anfangen, aber die beste Verletzung ist eindeutig meine geprellte Zehe. Die habe ich mir in der zweiten Trainingseinheit am ersten Tag zugezogen. Was einen nicht umbringt macht einen nur härter und ich habe das ganze schon mit allen möglichen Sportsalben eingeschmiert[^2] und trage seit dem einen schicken Dachziegelverband. Schmerzhaft, aber deutlich besser als wenn sie gebrochen wäre, außerdem finde ich steht mir das Blau ganz gut.

Von den Strapazen des Tages erholen wir uns am späten Nachmittag meistens im Meer, das ja praktisch vor der Haustüre ist. Danach den Abend mit einem Standspaziergang oder bei einem guten französischen Wein, tollem Käse und abscheulicher Majonäse bis so gegen 1:30 ausklingen lassen, nur um dann am nächsten Morgen um 7:00 aufzustehen.

Gruppenfoto Wer schon immer einmal Abnehmen wollte, dem kann ich so ein Trainingslager nur empfehlen, so viele Kalorien wie man da verbrennt kann man nur schwer wieder wettmachen. Wem das Post zu konfus ist, der möge es sich bitte noch einmal durchlesen und mir verzeihen, dass ich eventuell zu angestrengt bin um noch ganz geradlinig zu denken.

PS: Auf dem Bild mit der Melone sieht man, dass sich Kampfsportarten auch nützlich im Alltag anwenden lassen. Ich habe noch nie eine so schön und gerade durchtrennte Melone gesehen! Nächstes mal bringen wir eine Katana mit und probieren das auf Gerdas Kopf. Um den Frieden zu wahren habe ich das Bild von Fartash entfernt und dafür das Gruppenfoto eingefügt.

[^1]: wenn ich mich jetzt selbst erheben könnte, dann würden wir schon was unternehmen [^2]: von denen hier alle reichlich mithaben

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Comments

alexander on :

Ich sehe grade, dass die Fotos völlig ungeordnet angebracht sind. Ich behebe das sicher, wenn ich zurück in Wien oder Kärnten bin, aber hier ist mir das Internet eigentlich zu teuer.

roarr on :

Tja, klingt ja alles ganz nett, aber trotzdem geh ich lieber 2 wochen nach spanien: das wetter ist vielleicht nicht schöner, das bier ist nicht kälter, die strände nicht sauberer ABER: es gibt weniger franzosen und mehr feurige spanierinnen. 8-)

Die melonentechnik find ich ganz beeindruckend, aber euch scheint der sinn dieser übung entgangen zu sein: eine melolne wird nicht des schnöden fruchtfleisches wegen, sonder um sie alsdann zu einer wohlschmeckenden bole verarbeiten zu können, zerteilt.

so far... roarr

alexander on :

Es hat genug Pastis (Anisschnaps) und Wein gegeben, als dass ich noch Bowle gebraucht hätte. Apropos Wein: Du BANAUSE Bier in Frankreich und das als Jungsommelier verkrieche dich in einem Loch und schäme dich! Wir haben Wein Weib und Käse genossen (Mit dem Singen haut das noch nicht ganz so hin und Käse ist in Frankreich auch halbwegs wichtig ;-))

Gerda on :

Anmerkung: … von wegen was der Plan ist? …

Der Organisierteste von der ganzen Truppe konnte sich nach einer Woche den leichtest möglichen Namen eines Mädchens, der nur aus 3 Buchstaben besteht, nicht merken. (UTE) Er hat außerdem sein ganzes Kamera- Equipment auf einer 1,50m brieten Matratze gut ausgebreitet um dann die Terrassentüre weit offen zu lassen und 10 km weit weg ins Training zu fahren (gut, dass in Frankreich kana a Kamera braucht). Was noch … ach ja da war doch so eine Sache mit einem sehr übel riechenden Käse – der so 2 Tage lang olfaktorisch fast aus dem Kühlschrank gekrochen ist – am lautesten beschwert hat sich … Wer? … richtig! Alexander … war auch verständlich … mit dem Bett gleich neben der Küche .. Aber als ich wir dann dem Übel auf den Grund gegangen sind haben wir einen noch unausgepackten Käse gefunden …. „Wir haben es gefunden! – wem gehört dieser Käse?“ war meine Frage. Na 3 mal dürft ihr raten wer fast in Tränen ausbrechend rief „OH, Nein! das ist meiner, den hab ich gekauft!“ ?

Lg, gerda

roarr, ohne log-in on :

@ gerda: ich muss dich leider berichtigen, denn der leichtest mögliche name für ein mädchen ist immer noch schlicht und ergreifend: "du" - maximal noch mit einem "hey" als präfix.

Andererseits könnte man auch davon ausgehen, dass wenn der liebe alex nach einer woche (!) einen so besonders einfachen namen eines mädchens nicht auszusprechen vermochte, es vielleicht an dem umwerfenden charm und ihrer graziösen art lag, der ihm die knie weich werden ließ und seine kehle zuschnürte, so dass er nicht mehr zu reden im stande war. oder sie war eher am anderen ende der skala plaziert - was wiederum seine (dann eher weniger unabsichtliche) sprachblockade erklären dürfte...

Das mit der kamera ist auch kein problem und sicherlich voll beabsichtigt gewesen, denn wer einmal mit der gesamten (!) fotoausrüstung vom alex herumgegangen - von laufen ganz zu schweigen - ist weiß, dass ein dieb sich mit dieser im gepäck niemals weiter als 100 meter vom tatort entfernen könnte, ohne entweder in schweißausbrüchen zusammenzubrechen oder stück für stück einzelne teile zurück zu lassen (und somit eine ausforschung wahrlich keinen meisterdedektiv erfordern würde)

zum käse kann ich jetzt wenig sagen, außer auf eine pfanne voll angebranntem reis, die mein lieber bruder - bevor er für eine woche nach kärnten aufbrach - noch schnell zum einweichen mit ein paar tropfen wasser bedeckte, verweisen... wer glaubt ein lächerlicher käse könnte mit diesem... hm... zarten geruch mithalten hat noch nie faulen reis gerochen g

so far... roarr

alexander on :

Ute (oder Ulli, Uschi, Ulrike, Ulle, ...) ist die links vorne mit dem roten T-Shirt. Aber das mit dem Namen ist noch nix, ich habe fast ein Semester gebraucht bis ich Christiane und Martina unterscheiden konnte und dabei sehen die beiden sich sicher nicht im geringsten Ähnlich.

Das mit dem Käse gebe ich zu, aber wer kann denn ahnen, dass Brut voll stinkend bedeuted. Und ich möchte gar nicht darüber nachdenken wie schlimm meine neueste käsige Errungenschaft die Wohnung hier in Wien verpestet. Apropos verpesten, ich glaube mittlerweile macht hier keiner von uns dreien dem anderen etwas vor wenn es um zurückgelassene Geschenke in der Abwasch geht (Ich möchte hier nur zB an das Meloneninszident erinnern)

Zur Kamera Abgesehen davon, dass die versichert sein sollte und wie mein geliebter Bruder schon angemerkt hat nicht ganz leicht transportabel ist war immerhin noch der Vorhang vorgezogen und der hält einen Meisterdieb inetwa gleich lange auf wie diese Balkontüre.

Was du (Man bemerke die Benutzung meines Lieblingsnamens) aber ganz übersehen hast ist, dass Andi und ich die zwei ohne Nahrung beim Grillen waren!

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