Amsterdam

Dealergasse Vor Japan wollte ich noch ein paar Tage nach Holland fahren um Günter zu besuchen. Außerdem habe ich Amsterdam, die Drogenmetropole Europas, noch nie mit eigenen Augen gesehen, insofern war das sowieso schon längst überfällig.

Kaum in Amsterdam angekommen hat sich dann auch gleich mein Hunger gemeldet. Nicht nur, dass um 9:30 mein Frühstück schon überfällig war, nein ich war auch noch um 4:00 aufgestanden um den Flug um 6:45 noch sicher zu erwischen. Was bietet sich also besser an als eine der hübschen Holländerinnen nach einem netten Caffee zu fragen.

Excuse me, do you know a nice coffee-shop around here, I want to eat something.
Just eat?

Und dabei ernte ich einen misstrauischen Blick. Unglücklicher Weise hat coffee-shop in Holland ja eine andere Bedeutung und anscheinend ist selbst für Holländer 9:30 noch etwas früh für den ersten Joint. Sie hat mir dann doch noch ein nettes Restaurant empfohlen, in dem das Essen auch wirklich sehr gut war und dann war es an der Zeit die Kamera auszupacken und die kleinen, teilweise toll verwinkelten, Gässchen abzugrasen.

Ey man what are you doing?

Oh cool streit zwischen einem Jamaikanischen Dealer1 und …

You don’t know who you are messing with! I’ll beat you up!
HÄ!?!

Verdammt offensichtlich hatte ich schon wieder unabsichtlich einen Dealer bei der Arbeit fotografiert! Nur bedauerlicher Weise war ich diesmal nicht mit einer Gruppe Aikidoka unterwegs, die mich notfalls beschützen würden, also blieb nur eine Möglichkeit — Quack-Fu — laut schrein, schnell rennen.

Das dumme an einer Spiegelreflexkamera und Gepäck für eine knappe Woche ist, dass es beim Laufen extrem hinderlich ist und so schloss sich keine zwanzig, über holpriges Kopfsteinpflaster gestolperte, Meter später ein eisener Griff um mein Handgelenk. Mit einem unsanften Ruck wurde ich herumgezerrt, fauliger Atem schlug mir ins Gesicht und das breite, lückenhafte Grinsen meines Widersachers sorgte für eines der besten Adrenalin Highs die ich je hatte.

Über den Rest der Geschehnisse,2 möchte ich lieber den Mantel des Schweigens hüllen und nur erwähnen, dass ich mein Geld, meine Wertgegenstände und meine Jungfräulichkeit behalten durfte.

Stellt sich jetzt nur die Frage warum es in Amsterdam, wo man doch an jeder Strassenecke Hasch in den Coffeeshops kaufen kann, notwendig ist, dass die Straßendealer unschuldigen Touristen auflauern. Eventuell funktioniert das mit dem legalisieren von Hasch um die harten Drogen auszurotten doch nicht so gut.


  1. Er sah jedenfalls genau so aus wie ich mir den Jamaikanischen Dealer vorstellt mit Dreads, Perlen in den Haaren, Narben im Gesicht, in schmuddelige Kleider gehüllt und einem dreitagebaart 

  2. Jämmerliches Heulen wie ein kleines Mädchen beschreibt sich nicht so gut und wer glaubt mir schon, dass ich ihn mit einem Jedi Mindtrick beeinflussen konnte 


2 Responses to Amsterdam

  1. 855 marie 2008-09-19 22:50

    halloo

    hoff du hast das unfreiwillige treffen mit dem jamaikaner gut überstanden! klingt ja ziemlich schlimm so wie du es geschrieben hast :eek:

    glg marie

  2. 837 alexander 2008-09-22 1:54

    Ja ich bin völlig unbeschadet davon gekommen. In meiner Panik habe ich, halb im Reflex, einen Nikkyo (Handgelenkshebel für alle nicht Aikidoka) durchgezogen und bin dann noch schneller als zuvor weggelaufen. Glücklicher Weise war eine belebte Straße relativ nahe und er hatte alle Lust mich zu verfolgen verloren.

    Allerdings muss ich in Zukunft wirklich mehr aufpassen. Es passiert mir immer wieder, dass ich solche oder ähnlich wichtige Details in meinen Fotos übersehe.



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"But I don't want to go among mad people," Alice remarked.
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