Wäschewaschen ist ja eigentlich ganz einfach, jedenfalls möchte die Werbung uns das klar machen und sehr lange Zeit habe ich ihr das auch geglaubt. Früher schmiss Man(n) die Wäsche in einem großen Haufen vor die Waschmaschine und nach ein paar Tagen lag sie dann gewaschen, gebügelt und gefaltet wieder im Zimmer. Wäschewaschen wie es sein sollte! Das einzig was ich dabei noch beachten musste war alle mir wichtigen Dinge, wie seltsam geformte Steine und Äste vorher retten, weil der Inhalt der Hosentaschen durch den Waschvorgang leider nicht gereinigt wurde sondern immer auf mysteriöser Weise verschwanden.
Ein meiner Meinung nach sehr gut funktionierendes System, auch wenn es immer wieder Abänderungen gab. Eine der einschneidensten davon war wohl eine Fehlfunktion der Vorsortiermaschine[1] mit dem Effekt, dass ich ab nun meine Wäsche in Weißwäsche 30°C, Buntwäsche 30°C, Jeans und Kochwäsche sortieren musste. Den Schock schlecht hin erteilte mir dann aber mein Ausflug nach Amerika.
Während Japan angeblich das Mekka für technikgläubige ist empfand ich Amerika für das genaue Gegenteil. Die Waschmaschine dort musste händisch mit einer geeigneten Menge — von mir vorsortierter und nicht nachkontrollierter(!) — Wäsche beladen werden, dann musste man Waschmittel beigeben und zu guter letzt noch die Richtige Einstellung für die Wäsche auswählen. Noch dazu waren keine Temperaturen angegeben, sondern nur ungenaue Werte wie “cold”, “medium” oder “hot” und kein Mensch weit und breit, der mir sagen konnte, was das Equivalent zu 30°C war.
Das Desaster war schon vorprogrammiert!
Mein erster Versuch endete mit einer Ladung verfärbter Wäsche. Was kann ich auch wissen, dass es zwei verschiedene Pulver gibt und das “Bleach” nicht Waschmittel sondern Bleichmittel bedeutet. Der zweite Versuch gelang mir dann schon viel besser. Da habe ich dann das richtige Pulver, wenn eventuell auch etwas falsch dosiert genommen. Das mit der Dosierung ist meiner Gastmutter aufgefallen als sie danach ihre völlig von Seifenschaum ausgefüllte Waschküche betreten hat. War aber ganz alleine ihre Schuld, weil bei uns hat ein Becher einen viertel Liter Inhalt[2] Meine Wäsche war aber nicht nur sauber sondern rein und das ist ja schließlich alles was zählt. Glücklicher Weise konnte ich nach dieser Erfahrung mit der Höllenmaschine eine Art Nichtangriffspakt ausgehandelt.[3]
Probleme gab es seit dem eigentlich nur noch wenige und dann meist auch durch Fremdverschulden oder nicht bei meiner Wäsche. So hat Georg herausgefunden, dass es keine gute Idee ist die gewaschen Wäsche im feuchten Zustand länger als 2-3 Tage in der Waschmaschine aufzubewahren. Alle Veränderungen an der Wäsche, die in den ersten drei Tagen auftreten lassen sich zwar durch nochmaliges Waschen beheben, aber nach drei, spätestens vier, Tagen wird das schon etwas grauslich. Taschentücher sind vor dem Waschen leichter zu entfernen, bei gewaschenem Geld freuen sich die KassiererInnen im Supermarkt ganz besonders und die meisten Ausweise sind zwar wasserfest, aber trotzdem nicht waschfest.[4]
Übrigens wenn man einen Kuli mit wäscht, dann kann man die T-Shirts auch gleich in den Müll schmeißen, da verbraucht der Zwischenstopp in der Waschmaschine nur unnötig Wasser.
Neu für mich waren die Effekte von Kaugummi in der Waschmaschine. Meine Wäsche wurde von einer nahezu unsichtbaren, dafür aber umso fühlbareren Schicht überzogen. Besonders interessant daran ist die Eigenschaft von Kaugummi bei 20°C noch relativ hart und fast unentdeckbar zu sein und erst bei Körpertemperaturen in seinen angenehm zäh-klebrigen Zustand überzugehen.[5] Aus meiner bisherigen Erfahrung kann ich eine Kaugumibehandlung für die Hosen von Mädchen die sich das Epilieren der Beine ersparen wollen empfehlen. Ausdrücklich abraten möchte ich von der Verwendung bei Unterwäsche.[6]
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Marke Mutter von dreien ↩
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ich gebe zu es hat mich gewundert, dass die eine halbe Packung Waschmittel pro Maschinenfüllung verbrauchen, aber genau wegen solcher Details habe ich vorher gefragt ↩
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der Sohn der Familie hat fortan meine Wäsche gewaschen und ich habe nicht über seine teuren Sonnenbrillen geredet ↩
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Eine Ausnahme hiervon ist der Pass, der nach einer Wäsche zwar nicht mehr ganz neu, aber trotzdem noch brauchbar aussieht ↩
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Jeder der schon einmal einen Kaugummi unter der Schulbank aufgehoben hat um ihn am nächsten Tag noch einmal zu benutzen weiß wovon ich rede ↩
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S&M-Fans will ich hiervon einmal ausnehmen ↩
von wegen "bleachen" - das sieht mir eher nach wichsflecken aus!
hehehehe
:P
Ich kann dich beruhigen, die Flecken sind am unteren Ende des Hosenbeins. - Und so gut ist der liebe Alexander auch nicht bestückt!
hmm nagut ertappt :roll
Aber wenn du dich schon so gut damit auskennst hast du einen Vorschlag wie ich sie am besten entferne? Ich würde die Hose ganz gerne zum Sport anziehen, aber jetzt wo ich erkennen muss, wie offensichtlich die ware Ursache ist geniere ich mich da ein bisserl.
Vorallem was werden die feschen Mädchen bei Aikodo jetzt von mir halten? Bis jetzt war ich einfach der Kerl der sich im Haushalt nicht auskennt und bemuttert werden muss, aber was tun, wenn sie so wie du die wahre Urasche der Flecken erkennen?
Und mein liebes Brüderchen ich muss auch dich enttäuschen